1.0

Bewunderung 

 

Ich bewundere. Dich. Weil ich mich bewundere. Nicht nur dafuer, dass ich dich bewundere, sondern dafuer dass ich bewundern kann. Ohne mich zu bewundern, wie sollte ich dich bewundern koennen? Und dich, und dich, und dich? Bewunderung fuer mich, wie kam das, wie ging es weg? Wieso ist die Bewunderung nicht eine Konstante, eine Bewunderung fuer mich, fuer dich, fuer dich, dich, dich und das Leben? Bewunderung loest alles andere als Konstanten aus, Bewunderung loest auf und ab aus, ein auf, weil Freude da ist, die Bewunderung zu verspueren. Bewunderung loest ein ab aus, weil Trauer da ist, dass die Bewunderung keine Konstante ist. Bewunderung loest Verwirrtheit aus, weil die Skripte fuer danach nicht vorliegen. Bewunderung loest Unsicherheit aus, weil die Bewunderung nicht zurueckkommt. Weil mit der Bewunderung Erwartung einher kommt. Erwartung, dass die Bewunderung gegenseitig ist, weil ich mich und dich gleichzeitig bewundere. Bewunderst du dich auch? Bewundern. Be-wundern. Wunder. Ich Wunder. Du Wunder. Leben Wunder. Bewunderung fuer dich, weil ich bewundere wie du lebst, wie du denkst, wie du fuehlst, wie du traeumst und lachst und tanzt und was du ausstrahlst. Bewunderung fuer mich, weil ich bewundere, wie ich lebe, wie ich denke, wie ich fuehle, wie ich traueme und lache und tanze und was ich ausstrahle. Weil es ein Wunder ist, dass das Leben uns Leben, Gedanken, Gefuehle, Traueme, Lachen, Tanz und Ausstrahlung gibt und Wunder. Wunder die an jeder Koerperstelle und jeder Ecke, Kante und Rundung warten, auf jedem deiner und meiner Muttermale stecken, auf jedem Teilchen meiner und deiner Tiefengeschichte, auf jedem Haaerchen dass aus deiner und meiner Achsel spriesst und das Leben begruesst, auf jedem Blick deiner- und meinerseits ruht und ausgetauscht wird. Bewunderung für die Wechselhaftigkeit, die Veränderung, die Impulsivität, die Ehrlichkeit, die Raffiniertheit deiner und meiner Existenz. Der Existenz, losgeloest von jeglichen Wertungen. Bewunderung, weil ich bewundere bewundern zu duerfen und koennen, Bewunderung weil ich es bewundere dich und das Leben vor mir zu sehen und Wunder zu leben.

1.1

Bewunderung

 

Ich starr dich an wie du deine Haarsträhne hinters Ohr streichst. Meine Finger haben plötzlich ihre Funktion verloren und du belächelst meine schiefe Zigarette. Ich lehn an deiner Hauswand und du fragst mich wies mir geht. „Jetzt, in diesem Moment?“ hake ich nach und merke wie die Falter in meinem Magen beginnen Tango zu tanzen.

 

Du trägst deinen pinken Schal. Kämpferisch wirst du genannt und so sehe ich das auch. Deine Kraft, deine „i’m done with this shit“ Attitude und deine Sorgsamkeit beflügeln mich und ich gehe gerne hier an die Schule, im Wissen dich als Verbündete zu haben.

 

Ich liege in deinen Armen und sehe dir beim sprechen zu. Ich fühle mich wohl und kann ausatmen.

 

Wir steigen aus dem Zug. Der scheinbar betrunkene Mann folgt uns. Unsere Schritte werden schneller und wir laufen dicht beieinander. Wie verdammt froh ich bin, dass es dich gibt.

 

Dein Lachen hallt in meinem Kopf.

 

 

2.0

Haare

 

Ich hasste Haare. Ich liebe Haare. Hasste ich sie wirklich? Liebe ich sie wirklich? Ich schaue auf meine Beinhaare, so lange, so strubelig, so wirr. Hass. Ich schaue auf meine Achselhaare, so viele, so dunkel, so rebellisch. Liebe. Ich schaue auf deine Beinhaare, so wenige, so hell, so geschmedig. Liebe. Ich schaue auf deine Achselhaare, so viele, so dunkel, so rebellisch. Liebe. Beinhaare. Warum so lange, warum so strubelig, warum so wirr? Und warum sollte lange, strubelig und wirr Hass bedeuten? Ich fasse sie an, ich schaue sie an, ich spuere sie. Ich mache mir Gedanken ueber deren Struktur, deren Unregelmässigkeit, deren Widerstand und deren Kampf, deren Ausdruck und deren Emanzipation. Sie sind mit Anstrengung verbunden, innen und aussen. Hauptsächlich innen. Und wenn diese überwunden ist, dann kommt die von aussen. Kommentare, ob gut oder schlecht, warum, warum, warum, kommt ein Kommentar über meine Beinbehaarung von deinem Mund? Kampf, Kampf, Kampf und Krampf und Krampf. Und Krampf. Weil es ein Kampf ist. Ein krampfiger. Ich will Liebe dafür empfinden, ich will sie so sehr schätzen und als Rebellion sehen wie meine Achselhaare, ich will sie zeigen und mögen und gleichzeitig nicht über sie nachdenken. Ich will sie als Teil von mir sehen und nicht als widerspänstig. Ich will sie als Liebe sehen, als Liebe für den Kampf. Als Kraft für den Kampf. Als wert- und nutzvolle Eigenschaften meines Körpers. Ohne Scham, ohne Furcht, ohne Angst. Haare. So losgelöst. So nützlich. So rebellisch. So unbedeutend. So körperlich. So wichtig. So lieblich. So echt. So ich. So ich. So ich. So haarig, so lange, so strubelig, so wirr. So lieblich. Ich hasste Haare. Ich liebe Haare.

 

2.1

Haare

 

Sie definieren mich und dich und oft ohne unser zutun und deshalb sollten wir die Definition vielleicht selbst in die Hand nehmen, selbst entscheiden, wie wir uns definieren, ohne uns festzulegen, festzufahren, einzuschränken … Wie sie mich mein leben lang begleitet und so oft getröstet haben – über die Enden und Anfänge hinweg und durch die Zeiten, in denen ich mich fühlte, als gäbe es nichts mehr was meins ist. Und deine, wie sie immer für dich definiert wurden und so bedeuten sie für uns beide Freiheit, die Freiheit, damit zu tun, was wir wollen, sie zu tragen wie wir wollen und wo wir wollen. Warum Trost und Freiheit nur durch haare? Was für ein seltsames Produkt meines Körpers, diese Haare, und überall und verschieden und plötzlich – und so ein schönes, seltsames Produkt von Körpern diese Haare. Jetzt zähle ich weisse und wachse daran in Selbstliebe und darin, die Gesellschaft wie eine Seifenblase von mir weg zu pusten – warum sollten ein paar weisse haare nicht schön sein an mir? Und zu lernen, sie zu lassen wo und wie sie sind, hat viel Puste erfordert, für all die gesellschafts-Seifenblasen und Rasierklingen vor denen ich sie schützen musste. Aber Haare sind Freiheit und Trost für mich, ich kann mich einwickeln in ihnen, hab einen Vorhang mit dabei, wenn ich nichts mehr sehen will von der Welt. Was für ein wundersam seltsames Produkt meines Körpers.

Manchmal sehe ich Haare, die ich auch gern hätte, oder neben mir auf dem Kopfkissen hätte und dann, ja es ist wahr – trauer ich deinem Haar immer noch etwas nach. Dafür schätz ich deine kitzelnden Franseln umso mehr.

2.2

Haare

 

Wieso meinen alle, dass meine Femininität etwas mit scheiss Männern zu tun hat? Ich bin wütend, hässig sogar.

 

Menschen, die auf Frauen stehen und keine Männer sind finden Femininität nicht anziehend. Diese Überzeugung ist mir irgendwo eingepflanzt geworden und im Schatten meiner Selbstzweifel gewachsen, bis sie wie ein Neophyt nur noch mühsam aus dem nährenden Boden zu ziehen war.

Ich bin wütend, weil ich mich vor meiner ersten queer Party nicht sicher war ob ich mich schminken soll.

Ich bin wütend, weil ich Angst habe, nicht als queer gelesen zu werden.

Ich bin wütend, weil ich wehende Haare im Wind so unglaublich schön finde

Ich bin wütend, weil Kurzhaarschnitte meine Falter zum Tango tanzen bringen.

 

Das Spielen mit Kleidern und Make Up und Dreck und Liebe ist so mega toll. Heute mag ich tanzen und meine Haare offen haben. Ich mag weissen Eyeliner und blauen Lidschatten und kein Mascara. Ich mag dich, ungeschminkt wie immer aber Lippenstift wäre auch toll. Alles ist toll, weil du toll bist. Und ich bin toll, weil ich sein kann wer ich bin. Weil ich fette Pelzmäntel anziehen kann oder Trainerhosen und eine Jacke, die mich breiter aussehen lässt als jeder Türsteher vor dem Kauf. Ich darf Menschen begehren die keine Männer sind und Menschen die keine Männer sind dürfen mich begehren. Ich bin immer noch wütend. Aber aus der Wut wächst eine Kraft, eine Kraft mich selbst auszudrücken wie ich will. Meine Worte und Taten sind queer genug und somit auch mein Aussehen.

2.3

Haare

 

Was sind Haare? Material, das Farben hat. Jeden Morgen schaue ich mich im Spiegel an durch die Brille Mann oder Frau und antworte mit nein. Frag mich, was passt jetzt zu diesen Haaren? Jeden Tag sehe ich anders aus, jeden Tag bin ich verschieden, und die Haare sind immer meine und immer gleich. Das macht mich doch verrückt.

 

Ich hab darüber schon so viel nachgedacht aber noch nie wirklich geredet und Worte find ich nicht. Ich weiss nicht was schreiben. Haare. Hm.

 

Bedeutet doch eigentlich einfach nichts, und will dem auch jetzt keine Bedeutung geben. Aber es bedeutet halt schon viel. Haare. Hm.

 

Jedes Mal, wenn ich meine Haare schneide, verändert das mein ganzes Leben und mein ganzes Ich. Aber das passiert sowieso jeden Tag.

 

Die Menschen sagen, dass ich so aussehe, als ob ich schon immer diesen Haarschnitt gehabt hätte. Damit meinen sie, dass ich jetzt ihrem Bild davon entspreche, was nonbinär ist.

 

Was ist eine nonbinäre Frisur? Ich habe Stunden meines Lebens darauf verschwendet, darüber nachzudenken. Das finde ich ziemlich lächerlich. Alles an mir ist nonbinär, wenn ich nonbinär bin. ES GIBT KEINE NONBINÄREN FRISUREN. Es gibt keine männlichen Haare und keine weiblichen Haare, es gibt nur Länge und Farbe und Dichte und die sagen gar nichts.

 

Neben meinem Spiegel steht: Wie du usgehsch bedütet genau nüt. Und das sage ich mir tagaus tagein. Und doch will mensch sich damit audrücken, also vielleicht eher: Wie du usgsesch isch immer genau so wie du dich fühlsch. Weil es ist ja nicht so, als ob es nichts bedeutet. Farben und Längen und Dichten können sich richtiger oder falscher anfühlen. Wir können nicht aus dem Nichts hinaus denken, verstehen, leben und fühlen. Wenn ich aber denke: Wi du usgsesch isch immer genau so wie du dich grad fühlsch, dann fällt mir eine Lawine vom Herzen.

 

Und so ist es ja auch bei anderen Menschen: So wie sie aussehen, ist so wie ich mich ihnen gegenüber fühle, und so wie sie sich für mich anfühlen; sie sehen aus wie die Gefühle, die sie für mich sind.

 

Meine Haare sagen nicht ich bin weder noch, sondern sie sagen ich bin ich, so wie alles an mir sagt, dass ich ich ich bin, was auch immer ich bin.

 

 

 

 

3.0

Balkön

 

Eine Costa-Rica Oase. Heimkommen. Viel Schnickschnack. Viel Musik. Eine Ansammlung von Energien. Musik, fern, aber es ist ein balkon, deswegen ganz nah. Ein Balkon ohne Fenster. Mit bisschen Netz. Die Musik dringt durch, die Sonne hinkt nach, doch auch sie grüsst und küsst unsere Energie. Oder küsst unsere Energie den Balkon und die Sonne wird mitgeknuscht? Ein Balkon um 08.00 Uhr Morgens, mit viel Eigeninitative, mit viel Schlaf abgespeichert in den Drüsen und im Magen, nüchtern, oder vielleicht auch nicht, 08.00 Uhr Morgens und Balkon. Ohne Musik, die ich bewusst abspielen und absorbieren kann, mit viel Musik von herumfliegenden und stillsitzenden Wesen auf Gebilden von der Natur erschaffen. Ein Balkon und ein Ausblick, das eine ohne das andere nicht an zu treffen. Ein Ausblick und eine Stimmung, das eine ohne das andere nicht an zu treffen. Ein Ausblick auf Novartis-Scheiss der mir ins Gesicht schmettert weil es der Beweis ist für die Kacke die uns tagtäglich zu dem bewegt was wir machen. Oder aber weitere Balköne und deren Schnickschnack mitdabei. Oder aber das, was ich mir wünschte, das Grünste und blumigste und pflanzigste und kräuterigste was es gäbe. Wobei, jeder Balkon das inne hält, was innegehalten wird. Weil er frei ist. Dieser Balkon und jener. Balköne ohne Fenster. Mit viel Schnickschnack. Wie dieser. Auf dem ich bin, hier bin, hier existiere, hier therapiere, hier Energien austausche. Eine Costa-Rica Oase. Ein Balkon, eine Ansammlung von Wesen, eine Ansammlung von möglichen Freiheiten.

 

3.1

Revolution, Energien, Gemeinschaft, Strassen, Balkone,

 

Balkon -  da sitze ich gern, weil nicht ganz draussen, nicht ganz drinnen, wie in einer Kängaru-Bauchtasche und ich wär doch so gern ein Känguru. Da könnt ich allen, die mich nerven, davonhüpfen und sie hätten Sand im Gesicht und Staub – ja ich meine die, die mich richtig sauer machen.

Das also ist das schöne am Balkon, er ist offener zur Welt als die Wohnung und erspart mir doch die direkte Konfrontation mit den Strassen und Wegen und Menschen, die grade gar nicht erwünscht sind. Ohne Balkon würde ich höchstens dann wohnen wollen, wenn die Revolution schon vorbei wäre und es ohnehin keine Binarität mehr gäbe und darum auch drinnen und draussen und meins und deins nicht mehr so scharf getrennt. Die Revolution planen auf Balkonen – als Überbrückung dahin, bis es real wird, mehr als Gedanken und Worte, und wir auf die Strassen müssen, weil auch der Balkon nicht mehr sicher ist. Bis dahin  vom Balkon aus Himmel erblicken und den Vögeln etwas näher sein – nur meiner ist so nah am Boden, da seh ich dann Igel und Schnecken, das ist auch schön.

Und die Zigaretten auf dem Balkon, eine wichtige Zutat, das muss gesagt werden, und die Bierbüchse und das Abendrot, die Kissen, alles wichtige Bestandteile von Balkonen und die Menschen die darauf zu finden sind natürlich auch. Also schon einer meiner Lieblingsorte und meist das erste was ich suche, in einer neuen Wohnung mit neuen Menschen. Weil so dazwischen und dazwischen ist einfach am schönsten.

3.2

Balkon

 

Balkonien. Wir sind 16. oder 15. doesn’t matter. Ich bin mit dem Nachtzug von Berlin gekommmen und freu mich euch von mir zu erzählen, vor verschlossenem Hotelzimmer. Vom Teufelsberg. Von vollen Tagen und leeren Nächte. Wir sind bei dir zuhause. Du hast alles bereitgemacht als erwartest du hohen Besuch. Aber so bist du halt. Wir machen Polaroid Bilder wie es sich für pubertierende Mädchen gehört. Mit dir spiel ich Titanic auf dem Balkon und rauche bis meine Lungen mehr Qualm statt Sauerstoff sind. Vor dem Nachhause weg decken wir uns mit Kaugummis ein. Ach die guten alten Zeiten. Bullshit.

 

Du bist so erwachsen. Hast deine eigene WG und ich das Einfamilienhaus am rechten Zürisee mit Eltern die nicht wissen dürfen, dass ich rauche. Du rauchst Pfeife und ich sitz auf deinem Schoss. Ich wach früher auf als du und deine Stiefschwester steht auf dem Balkon. Ich drehe mir unbeholfen eine Zigarette und starre sie an. Bisexuell also. Funny story. Wir reden und ich merke, dass ich lieber hier als neben dir in deinem Bett sein will. Ich will nicht mit dir schlafen. Ich gehe nach England und deine Stiefschwester ist entzückt. Sie hat einen Kurzhaarschnitt der mir ins Aug sticht. Funny story. „You’re like so gay dude“ Haha. Im Nachhinein ist es immer so viel einfacher. Die 70er Jahr Bauten im Lochergut werden nie mehr dieselben sein und an die Kunsthochschule mag ich auch nicht mehr. Funny story. Dein Hut nervt mich. Alles nervt mich. Ich will nicht mit dir schlafen. Ich habe eine Blasenentzündung. Nicht weil ich nicht mit dir geschlafen habe sondern weil wir rumturtelnd vor der Kunsthochschule gesessen haben und ich die jüngste bin. Wieso bin ich immer die Jüngste??

3.3

Balköne

Balkon, Luft, Sommer, Sonne und Sozialismus. Auf meinem Balkon sitzen wir abends und reden darüber, wie Menschen wie Blätter sind. Auf meinem Balkon hatte ich meine allerschlimmste Panikattacke, und sah fast nichts mehr und verlor meinen Mund. Du bist neben mir im Bett gelegen und hast einfach gewartet, und dann haben wir Serien geschaut und du hast immer wieder gefragt, ob meine Hände schon zurück sind.

 

Du hast gefunden, mein Balkon sei hässlich und hast ihn verändert. Du hast einen Tisch gekauft und ihn auf meinen Balkon gemacht. Und dann waren alle da, Lukas und Selina und Lena und Valens, und haben darüber geredet, wie mein Balkon aussehen soll, als wäre er nicht meiner. Das war richtig schlimm.

 

Ganz lange konnte ich auf meinem Balkon fast nicht nicht an dich denken. Zu oft sassen wir dort und präsentierten uns einander auf dem Silbertablett. Das klingt unangenehm und war es auch manchmal, aber manchmal war es auch schön. Und immer überlegte ich: Wer hört uns jetzt?

 

Jetzt habe ich in der WG das Balkon-Ämtli. Der Balkon und ich sind wieder Freunde. Oase. Luft. Sommer, Sonne und Sozialismus.

 

Viele Revolutionen auf diesem Balkon. Mensch setzt sich draussen hin und raucht ein, zwei Zigaretten und verändert die Welt.

 

Von meinem WG-Balkon sehen wir in den Garten, wild und frei. Und eine Katze ab und zu.

 

Auf dem Balkon hat es Decken. Und die Decken werden verteilt. Und sagen ganz viel aus: Wer gehört hier hin?

 

Julian ist der einzige, der raucht, und doch ist es meine Aufgabe, die Aschenbecher zu leeren.

 

Balkongespräche haben eine ganz besondere Qualität dadurch, dass mensch sie sozusagen nicht nur untereinander führt. Mensch präsentiert sich auch allen aus den umliegenden Häusern. Das irritiert mich, wenn dass die anderen Menschen nicht merken.